Kinder & digitale Medien

Kids & digital media

Die BLIKK-Studie, die letzte Woche veröffentlicht wurde, schlägt noch immer hohe Wellen. Als junge Mutter, als Eltern und als werdende Eltern macht man sich natürlich Gedanken darüber, wie man seinem Kind die digitalen Medien näher bringt.

Beep beep beep

Ich finde, das ist keine leichte Fragestellung, denn ich persönlich habe kaum Vergleichswerte. Ich bin mit den digitalen Medien parallel groß geworden. Ich erinnere mich noch gut an den Macintosh Classic von meinem Vater auf dem ich ein Spiel spielen durfte und munter Texte getippt habe – alles noch schwarz-weiß. Wie einfach es in der Schule wurde, als man plötzlich das Internet und Wikipedia für ein Referat zu Rate ziehen konnte. Die Geräusche wenn man sich ins Internet eingewählt hat (hier nochmal zum Nachhören) und wie lange es gedauert hat bis man endlich online war, ICQ und U-Boot,… Aber das alles ist heute schon antiquiert. Mein Mann hat als Kind noch den Nachbarsjungen mit einer Wahlscheibe angerufen – heute schon wieder kultig. Wenn wir Klein L von damals erzählen werden, wird sie nichts damit anfangen können. Für sie wird es keine Welt ohne Internet geben. Auf dem Festnetztelefon anrufen und nach seinem Spielkameraden fragen? Mühsam Straßenkarten studieren bevor man losfährt um auch ja dort anzukommen wo man hin will? Einen Text auf einer Schreibmaschine tippen? Disketten als Speichermedium?

Digitale Medien sind heute überall. Nur schon wenn ich meinen Haushalt hier betrachte, wimmelt es davon: Fernseher, Handys, Tablets, Computer, sogar der Backofen kann mit mir sprechen wenn er will. Ein Kind davon radikal fernhalten? Das scheint mir nicht möglich bzw. zu weltfremd. Schließlich ist die Technik und das Internet ein Teil unseres Lebens, den kann ich nicht einfach vor meinem Kind verbergen.

Mein Konsum – ihr Konsum?

Klein L kriegt mit wie ihr Vater und ich digitalen Medien nutzen – schon jetzt. Doch ist das direkt negativ für sie? Ich denke nicht. Ja, ich schaue auf mein Handy wenn ich stille. Klein L stört das herzlich wenig. Die BLIKK Studie ist hier anderer Meinung. Ab und zu guckt sie interessiert, aber dann lege ich das Telefon weg. So richtig ablenken lässt sie sich davon nicht. Eigentlich sollte ich ja innigen Blickkontakt mit ihr halten. Bei uns ist es aber so, dass wenn sie mir mal in die Augen schaut, sie durch den Blickkontakt abgelenkt ist und aufhört zu trinken und mich angrinst. Meistens hat sie aber die Augen geschlossen bzw. starrt auf mein Shirt. Bin ich durch die Nutzung meines Handys abgelenkt? Nein, ich bin genauso abgelenkt, wenn ich lese. Auch während ich diese Zeilen tippe, liegt sie neben mir. Sie spielt zufrieden mit ihrem Knistertuch und wenn sie mich braucht, bin ich da.

Also wie handhaben wir die digitalen Medien? Ehrlich gesagt, ich weiß es (noch) nicht. Sie soll damit in Berührung kommen, aber sie auch nicht konstant nutzen. Bestimmte Dinge werden für sie sehr normal sein, wie bspw. mit den Großeltern facetimen. Andere Dinge hingegen sollen etwas Besonderes sein und bleiben, wie z.B. ein bisschen fernzuschauen.

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